In vielen westlichen Industrienationen fehlt es allerorten an Fachkräften. Auch in der Folienlogistik. Was tun? Automatisieren, meint NEPATA CEO-Fabian Franke. Von NEPATA-CEO Fabian Franke, Juni 2022

Summary

In vielen Betrieben fehlen schon heute Fach- und Arbeitskräfte – und der Trend dürfte anhalten. So tun sich auch Folienhändler schwer, Personal zu finden. Die Arbeit im Rollenlager und die fehlerfreie Konvertierung von Folienmedien sind schließlich anspruchsvolle und wenig beliebte Tätigkeiten. Was liegt da näher, als noch mehr zu automatisieren? Im Folgenden beschreibe ich, wie sich manuelle Tätigkeiten und damit der Bedarf an (neuen) Arbeitskräften herunterfahren lassen. Zum anderen geht es darum, wie man die bestehende Belegschaft entlastet bei schweren, langweiligen oder komplizierten Arbeitsschritten. Und schließlich, wie Sie mit mehr Automatisierung neue Geschäftsfelder erschließen können.

Wer will schon noch im Folienlager arbeiten?

Der Folienhandel steht derzeit vor mehreren Herausforderungen für sein Geschäftsmodell: Lieferengpässe und hohe Frachtkosten. Die anhaltend hohe Inflation. Der Fachkräftemangel. Die ersten beiden Probleme sind hoffentlich kurz- bis mittelfristige Erscheinungen. Dass mehr Arbeit da ist als Personal, dürfte jedoch in vielen Industrienationen zum dauerhaften Zustand werden.

So ist der aktuelle Fachkräftereport für Deutschland überschrieben mit “Fachkräftelücke auf Rekordniveau” und gibt 1,5 Millionen unbesetzten Stellen an. In Großbritannien haben nach dem Brexit laut British Chambers of Commerce 78 % der Unternehmen Probleme bei der Stellenbesetzung. Und das U.S. Bureau of Labor Statistics weist eine Arbeitslosenquote von nur 3,6 % im Mai 2022 aus – ein für die USA sehr niedriges Niveau (vor zwei Jahren, nach Ausbruch der Corona-Pandemie, waren es 13,2 % gewesen.

“Arbeiterlosigkeit statt Arbeitslosigkeit” – dieses Schlagwort habe ich kürzlich gelesen, die Bewerber können sich aussuchen, für wen sie arbeiten wollen. Eine alternde Bevölkerung und mehr Akademisierung tun ihr Übriges, warum es immer schwieriger wird, Mitarbeitende für Handwerk und Produktion zu finden.

Der Mangel an qualifizierten oder zumindest motiviertem Personal trifft natürlich auch den Folienhandel. Auf meiner LinkedIn-Timeline sehe ich jede Menge “We are hiring”-Updates für Service, Support oder Logistik. Wie groß die Arbeitskräftelücke ist, ist nicht zu beziffern. Die Branche ist zu klein, als dass es konkrete Zahlen geben würde. Aber was ich sicher sagen kann nach meinen vielen Besuchen in großen und kleinen Folienlagern weltweit:

Das fehlerfreie Konvertieren von Folienmedien ist – als klassischer Logistikberuf – eine anspruchsvolle, aber auch anstrengende Tätigkeit. Das macht sie im Vergleich zu vielen modernen Berufen eher unbeliebt.

Entsprechend hoch ist die Fluktuation und so mancher hat sich in der Corona-Krise beruflich umorientiert.

Produktiver arbeiten statt mehr arbeiten

Sind Sie also in der glücklichen Lage, dass Ihre Auftragsbücher voll sind? Neue Bestellungen kommen rein – aber Ihre Lager-Crew kommt kaum hinterher, die Rollen in den gewünschten Maßen zu konfektionieren? Nun gibt es mehrere Möglichkeiten:

1.Mehr Personal
Doch das wird – siehe oben – nur schwer zu finden sein, muss angelernt werden, bleibt vielleicht nicht bei der Stange.

2.Mehrarbeit für das bestehende Personal.
Doch Belastung und Hektik sind durch die geringe Personalkapazität ohnehin schon groß, Fehler und Unzufriedenheit nehmen weiter zu. Kündigungen drohen.

3.Mehr Produktivität.
Ihre jetzigen Mitarbeiter schaffen mehr Aufträge.

Es sind Aufträge da, aber kein Personal. Also muss man mit weniger Personal mehr erreichen.

Um nun die Produktivität im Folienlager und im Converting nennenswert zu steigern, führt kein Weg an mehr Automatisierung vorbei. Manuelle Tätigkeiten müssen heruntergefahren werden, zeitraubende Abläufe optimiert. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Mitarbeiter arbeitet Lieferschein für Lieferschein, Zettel für Zettel ab. Er holt zuerst schwarze Folie und spannt diese ein, schneidet sie für die erste Bestellung, entnimmt Mutterrolle und Kundenrolle.

Dann das gleiche für die zweite Bestellung, diesmal mit roter Folie. Nun kommt Lieferschein Nummer 3 – und erneut ist schwarze Folie gefragt. Hätte der Mitarbeiter beide Bestellungen für das schwarze Material in einem Rutsch erledigt, hätte er mehrmaliges Einlegen und Entnehmen der Rolle sparen können.

Erleichterung im Lager-Alltag

Genau bei solchen alltäglichen Prozessen setzen unsere Lösungen an. NEPATA entwickelt und fertigt Maschinen für die effiziente Folienkonvertierung mit einem hohen Automatisierungsgrad. Einzigartig ist, dass wir unsere Maschinen mit einer selbst entwickelten Steuerungssoftware kombinieren. Diese optimiert die Produktionsabläufe, denn sie stellt die Verbindung her zwischen Ihrem ERP-System bzw. Online-Shop, wo die Bestellungen für Folienrollen aufgenommen werden und der Maschine, wo die bestellten Abmessungen aus dem Lagermaterial erstellt werden.

Für unser Beispiel heißt das: Die Lieferscheine enthalten Barcodes, die die Artikelnummer und die Ziellänge der bestellten Folien enthalten. Der Mitarbeiter kann diese Codes an der Maschine über einen Scanner erfassen. (Auch ein vollautomatischer Import der Bestelldaten ist möglich.) Die Aufträge werden zum einen ohne großes Fehlerpotenzial eingelesen. Zum anderen können alle Aufträge für dasselbe Material über mehrere Lieferscheine hinweg kombiniert werden.

Was haben unsere Kunden konkret erreicht?

  • Enorme Zeitersparnis: Über 40 % mehr Produktivität beim Umwickeln und Abstechen gegenüber einfachen Maschinen und Vorrichtungen.
  • Weniger Personaleinsatz: 2 statt 3 Personen können die gleiche Zahl an Aufträgen schaffen – und das auch noch mit weniger Fehlern, dank Softwareunterstützung. Personal wird für andere Aufgaben frei oder kann in gleicher Zeit mehr abarbeiten.
  • Schneller ROI: Schon nach 1 bis 2 Jahren hat sich die Investition durch Arbeitszeit- und Materialeinsparungen amortisiert.

 

Entlastung von schwerem Schleppen oder komplizierten Arbeitsschritten

Die Zahlen sprechen also für sich. Um noch eines klarzustellen: Ich rufe Sie hier nicht dazu auf, jeden dritten Mitarbeiter zu entlassen. Die Perspektive ist anders herum: Wer eigentlich mehr Leute bräuchte, diese aber ohnehin nicht am Arbeitsmarkt findet, hat gar keine andere Chance, als die Produktivität der bestehenden Belegschaft zu steigern. Dazu gehört auch, ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen und die Bedingungen im Lager zu verbessern.

Das Plädoyer für mehr Automatisierung soll kein Aufruf sein, Menschen von ihrem Arbeitsplatz zu entlassen. Es ist ein Aufruf, Menschen an ihrem Arbeitsplatz zu entlasten.

Meine große Zuversicht ist: Wenn diese Entlastung durch Automatisierung gelingt, wird auch der Job im Folienlager wieder attraktiver. Ich sehe zwei große Bereiche, was professionelle Maschinen, Digitalisierung und Robotik hier beitragen können:

1. Weniger Anstrengung, mehr Ergonomie

Selbst “gebastelte” Vorrichtungen zur Rollen-Konvertierung sind wohl nur selten auf Aspekte wie Bedienkomfort optimiert. Bei NEPATA Umwicklern und Abstechern hingegen sorgt eine smarte Konstruktion dafür, dass sie ergonomisch, einfach und sicher zu bedienen sind. Um nur zwei Features zu nennen: Die Endlage der Schwenkwelle ist einstellbar, die Höhe kann an die Körpergröße des Bearbeiters optimal angepasst werden. Eine automatische pneumatische Kupplung sorgt für vibrationsfreies Umwickeln und Abstechen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass das Hantieren mit den Rollen Kraft (und Geschick) braucht. Diese Tatsache schränkt zum einen den Kreis der potentiellen
Arbeitskräfte ein und ist zum anderen ein Risikofaktor für Krankenstände. Hier möchte ich unsere automatischen Lagersysteme ins Spiel bringen. Damit kann eine anstrengende – und nicht wirklich wertschöpfende – Tätigkeit, nämlich das Holen und Bringen von Folienrollen zur Maschine und wieder zurück, automatisiert werden. Dabei werden die Rollen in ein Lagersystem mit Vertikalroboter eingestellt. Der Roboter stellt die Rollen bereit, die gemäß Auftragswarteschlange in der Software als nächstes gebraucht werden. Die Mitarbeiter können sich darauf konzentrieren, die Aufträge an der Maschine auszuführen.

2. Weniger Fehler, mehr Zufriedenheit

Menschen machen Fehler, besonders wenn sie unter Zeitdruck sind. Das Fatale im Rollenlager: Es entsteht noch mehr Arbeitsbelastung, weil die Fehler ausgebügelt werden müssen, um die Kunden zufrieden zu stellen. Am Ende geht das zulasten der Mitarbeiter-Zufriedenheit.

Mit Softwareunterstützung hingegen können Sie typische Fehler vermeiden. Dass zu lange oder zu kurze Rollen verschickt werden, falsche Farben, matt statt glänzend etc. Oder der Klassiker: Es werden von zehn Metern sechs Meter für den Kunden abgewickelt, der Kunde bekommt aber die vier Meter Restrolle geschickt, weil sich der Mitarbeiter vergreift. Durch unsere Steuerungssoftware ConvertPlus wird der Eingabeprozess an der Maschine automatisiert, so dass man sich nicht vertippen kann, nichts vergessen kann. Zentral ist, dass durch Barcode-Scans ein Abgleich zwischen dem Material und dem tatsächlichen Auftrag durchgeführt wird, so dass es keine Verwechslungen geben kann. Das alles entlastet die Mitarbeiter in der Logistik, insbesondere, wenn viel los ist. Sie müssen sich weniger konzentrieren.

Oder nochmal ein Beispiel vom automatischen Lagersystem. Der Roboter hat stets den Überblick, welche Rolle als nächstes verarbeitet werden muss, weil sie sonst überlagert wird oder welche Rolle von der Lauflänge her besonders gut zum aktuellen Auftrag passt. Das sind alles Dinge, mit denen sich die Mitarbeiter insbesondere unter zeitlichem Druck natürlich schwer tun und wo großes Optimierungspotenzial liegt.

Keine Angst vor neuen Zuschnittservices und Sonderanfertigungen

Wenn also dank mehr Automatisierung die Produktivität merklich steigt, sind ihre Mitarbeitenden hoffentlich zufriedener – und haben Kapazitäten frei für neue Aufgaben. Für Ihr Business ist das die Chance für neue Geschäftsfelder. Zuschnittdienstleistungen für Dritte bieten sich an. Oder Spezialanfertigungen, die bisher zu viel Ärger verursacht haben oder zu zeitraubend waren, um sie neben dem Alltagsgeschäft noch zu stemmen. Ich denke hier an Tapes und Bänder ebenso wie an Sondermaße.

Folienhersteller, Foliendistributoren und Folienhändler, die diesen Weg bereits gegangen sind, bestätigen mir immer wieder:

Mit Automatisierung verliert Converting den Schrecken des notwendigen Übels und kann zum Profit-Center werden.

 

Fazit: Mehr Produktivität muss sein. Das geht nur mit Automatisierung.

Kein Unternehmer im Bereich Folienlogistik und Folienhandel darf die Augen davor verschließen, dass die Produktivität steigern muss. Arbeitskräfte stehen aktuell und künftig nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung. Es gilt, mit den bestehenden Mitarbeitern mehr zu schaffen – indem man sie von allem entlastet, was Maschinen, Software und Industrie-4.0-Lösungen besser können.

Angesichts des Fachkräftemangels (und steigender Löhne) ist menschliche Arbeit schlichtweg zu wertvoll, um sie für auszehrende, langweilige oder komplizierte Tätigkeiten einzusetzen.

Im Bereich des Converting ist allein durch den Einsatz von hochautomatisierten, softwaregesteuerten Maschinen ein enormer Sprung bei der Produktivität möglich – 40 Prozent und mehr. Die Zufriedenheit der Lagerarbeiter dürfte ebenfalls einen Sprung nach oben machen. Denn nur so werden Folienhändler in die Zukunft gehen können: In einem Zusammenspiel aus motivierten Mitarbeitern und automatisierten Prozessen.

Weitere Strategien zur Optimierung Ihrer Folienlogistik sehen Sie in diesem Video >>>

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